Auf einen Blick

  • Vier Stufen – Sonnenschutz, Nachtauskühlung, sanfte Kühlung, aktive Kühlung
  • Die günstigste zuerst – Wärme, die draussen bleibt, muss nicht gekühlt werden
  • Kühlen mit der Erdsonde – leise und fast ohne Strom, nur die Umwälzpumpe läuft
  • Aktiv, wenn nötig – für Serverräume, Verkauf, Sitzungszimmer und Produktion

In vier Stufen zur Kühlung

Von aussen nach innen und von passiv nach aktiv: Jede Stufe setzt dort an, wo die vorige nicht mehr reicht. Was auf der ersten Stufe gelöst wird, muss auf der vierten nicht mehr bezahlt werden.

  1. Stufe 2

    Stufe 2

    Nachtauskühlung – kühle Sommernächte nutzen

    Nachtauskühlung heisst, das Gebäude in den kühlen Nachtstunden mit Aussenluft zu spülen und die Speichermasse von Decken, Wänden und Böden zu entladen. Am nächsten Tag nimmt diese Masse die Wärme wieder auf, und die Raumtemperatur bleibt länger tief. In der Bodenseeregion sinkt die Nachttemperatur in den meisten Sommernächten weit genug dafür.

    Umgesetzt wird sie manuell über Fenster oder automatisch über die Lüftungsanlage: Diese fährt nachts auf erhöhten Volumenstrom, umgeht die Wärmerückgewinnung über einen Bypass und fördert kühle Aussenluft in die Räume. Voraussetzung sind eine Regelung, die Aussen- und Raumtemperatur vergleicht, und freiliegende Speichermasse – abgehängte Decken und Teppiche mindern die Wirkung. Grenzen hat sie bei Tropennächten in Folge, an lärmbelasteten Lagen und bei hohen inneren Lasten.

  2. Stufe 4

    Stufe 4

    Aktive Kühlung über Lüftung oder Splitgeräte

    Aktive Kühlung ist dort richtig, wo feste Temperaturvorgaben oder hohe innere Wärmelasten bestehen: Serverräume, Verkaufsflächen, Sitzungszimmer, Produktion. Üblich sind zwei Wege. Bei bestehender Lüftungsanlage wird ein Kühlregister in der Zuluft ergänzt; die Anlage kühlt und entfeuchtet zentral. Sonst sind Splitgeräte die direktere Lösung.

    Zwei Punkte klären wir früh. Aussengeräte erzeugen Schall: In der Wohnzone gilt nachts ein Planungswert von 45 dB(A) am offenen Fenster des nächsten Raums – Aufstellort und Gerätewahl entscheiden über die Bewilligung. Und Anlagen mit Kältemittel bringen Betreiberpflichten mit sich; der Ratgeber Gewerbekälte und Kältemittel fasst sie zusammen, grössere Anlagen behandelt die Seite Kältetechnik.

Kühlung für Betrieb, Verwaltung und öffentliche Bauten

In Zweckbauten entscheiden die Wärmequellen im Raum, nicht die Fassade allein. Wir kombinieren die Stufen passend zur Nutzung:

  • Büro und Verwaltung

    Menschen, Licht und Geräte heizen mit. Bewährt sind aussenliegender Sonnenschutz, Nachtauskühlung über die Lüftung und ein Kühlregister für die heissesten Tage.
  • Schulen

    Viele Menschen und viel Sonne. Die frische Luft der Lüftungsanlage kühlt gleich mit.
  • Verkauf

    Beleuchtung, Kundschaft und Kühlmöbel brauchen fast immer aktive Kühlung – deren Abwärme nutzen wir für Warmwasser.
  • Serverräume

    Ganzjährig gekühlt, mit festen Grenzwerten, Alarmierung und bei Bedarf doppelter Absicherung.

Was kostet Sommerkühlung?

Das hängt davon ab, welche Stufe genügt – deshalb klären wir das zuerst. Eine automatische Nachtauskühlung über eine bestehende Lüftung ist vor allem eine Frage der Einstellung und damit die günstigste Lösung. Ist eine Erdsonde vorhanden, braucht die sanfte Kühlung nur ein Kühlmodul, eine Pumpe und eine Taupunktüberwachung. Wird die Sonde neu gebohrt, ist die Kühlfunktion ein kleiner Zusatz zur Wärmepumpe. Bei aktiver Kühlung bestimmen Leistung, Anzahl Geräte und Schallschutz den Preis.

Im Betrieb ist der Unterschied am grössten: Sonnenschutz kostet nichts, die Nachtauskühlung etwas Ventilatorstrom, die sanfte Kühlung den Strom einer Pumpe – erst die Klimaanlage braucht spürbar Energie und Wartung.

Mehr dazu im Ratgeber

Ihre Ansprechperson

  • Werner Rainalter, Abteilungsleiter Lüftung und Klima; Projektleiter Lüftung und Klima bei der Fürer AG

    Werner Rainalter

    Abteilungsleiter Lüftung und Klima; Projektleiter Lüftung und Klima

    Bereichsleiter Lüftung, Klima und Kälte
    Projektleiter Lüftung und Klima
    Lüftungstechniker (A), Fachbewilligung Kältemittel

    Nachricht senden 071 858 20 10

Häufige Fragen

Bei der passiven Kühlung gibt die Bodenheizung die Raumwärme über die Erdsonde ans Erdreich ab – es läuft nur eine Pumpe. Bei der aktiven Kühlung erzeugt eine Kältemaschine die Kälte. Die passive Variante ist viel sparsamer, senkt die Temperatur aber nur moderat.

Ja, wenn Ihre Wärmepumpe eine Erdsonde hat und ein Kühlmodul vorhanden oder nachrüstbar ist. Eine Überwachung sorgt dafür, dass sich am Boden kein Kondenswasser bildet. Die Abkühlung ist gleichmässig, aber begrenzt.

Ja, über die Fenster – wenn es nachts deutlich kühler ist und die Fenster sicher offen bleiben können. Eine Lüftungsanlage macht das automatisch, unabhängig vom Wetter und ohne Einbruchs- oder Lärmsorgen.

Für das Aussengerät gilt der Lärmschutz: In der Wohnzone nachts 45 dB(A) am nächsten Fenster. Je nach Gemeinde und Eingriff braucht es zusätzlich eine Baubewilligung – wir klären das für Sie.

Nicht aktiv. Sie kann aber nachts kühle Aussenluft ins Haus bringen und so die Nachtauskühlung unterstützen. Für eine verlässliche Abkühlung braucht es sanfte oder aktive Kühlung.

Serverräume brauchen das ganze Jahr Kühlung, feste Grenzwerte und eine Alarmierung bei Störungen. Üblich ist eine eigene Kälteanlage, bei kritischen Anwendungen doppelt abgesichert. Im Winter hilft kühle Aussenluft, und die Abwärme lässt sich oft nutzen.

Ihr Vorhaben in guten Händen

Überhitztes Dachgeschoss, aufgeheiztes Sitzungszimmer oder Serverraum an der Grenze: Wir beurteilen vor Ort, welche Stufe Ihr Problem löst, und zeigen Varianten samt Betriebskosten. Telefon 071 858 20 10.

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