Das Wichtigste in Kürze

  • Hygieneinspektion alle 2–3 Jahre

    Alle zwei Jahre mit Luftbefeuchtung, alle drei Jahre ohne. Die erste Inspektion ist vor der Inbetriebnahme oder spätestens drei Monate danach fällig.
  • Filter nach Zustand, nicht nach Datum

    Massgebend ist der Druckverlust am Filter. Zusätzlich gilt eine hygienische Höchststandzeit.
  • Brandschutz regelmässig testen

    Brandfallsteuerungen werden je nach Risiko alle zwei, vier oder sechs Jahre integral geprüft.
  • Verantwortung bleibt bei Ihnen

    Die Arbeit können Sie an einen Servicebetrieb übergeben, die Pflicht nicht. Lückenlose Protokolle sind Ihr Nachweis.

Wie oft muss eine Lüftungsanlage inspiziert werden?

Die Hygienerichtlinie der Branche verlangt eine Hygieneinspektion alle zwei Jahre bei Anlagen mit Luftbefeuchtung und alle drei Jahre bei Anlagen ohne. Sie ist keine gesetzliche Vorschrift, aber eine anerkannte Regel der Technik. Wer sie einhält und dokumentiert, weist im Streitfall seine Sorgfalt nach.

Der Grund für die Unterscheidung: Wasser im Luftweg – im Befeuchter, im Kühler oder als Kondensat – ist die Voraussetzung für Keimwachstum. Auch Anlagen ohne Befeuchtung sind nicht wartungsfrei: Kühlregister erzeugen Kondensat, Aussenluftfassungen sammeln Laub und Feinstaub.

In Kliniken und Heimen empfehlen Fachleute kürzere Abstände von ein bis zwei Jahren. Unabhängig vom Turnus gehört eine Inspektion nach Wassereintritt, Bauarbeiten, längerem Stillstand und bei Geruchsklagen dazu.

Wann ist der Filter fällig?

Eine feste Zahl in Monaten gibt es nicht – pauschale Angaben sind geraten. Diese vier Punkte bestimmen den richtigen Zeitpunkt:

  • Druckdifferenz als Massstab

    Gewechselt wird, wenn der Druckverlust die Enddruckdifferenz des Herstellers erreicht. Zu spät kostet Ventilatorstrom, zu früh kostet Material.
  • Hygienische Höchststandzeit

    Auch ein nicht gesättigter Filter muss raus, wenn er zu lange im Luftweg stand. Feuchtigkeit, organischer Staub und Zeit ergeben Keime.
  • Standort und Jahreszeit

    Strassennähe, Landwirtschaft oder eine Baustelle nebenan verkürzen die Standzeit deutlich, ebenso der Pollenflug im Frühjahr. Eine Vorfilterstufe verlängert sie.
  • Ersetzen, nicht reinigen

    Feinfilter verlieren beim Reinigen ihre Wirkung. Ersetzt wird immer in der vorgesehenen Filterklasse – in der Zuluft mindestens ePM1 50 %.

Grössere Anlagen sollten den Druckverlust messen und an die Leitstelle melden. Bei Wohnungslüftungen ohne Messung genügt eine Sichtkontrolle in festem Rhythmus.

Welche Brandschutzkontrollen sind Pflicht?

Brandschutzklappen und Brandfallsteuerungen müssen regelmässig kontrolliert werden. Für die Klappen gibt es kein festes Intervall – massgebend ist die Dokumentation des Herstellers. Feste Abstände gelten für den integralen Test, bei dem alle Anlagen geprüft werden, die im Brandfall zusammenspielen:

RisikoBeispieleIntegraler Test mindestens
HochRauch- und Wärmeabzug mit Leistungsnachweis, Rauchschutz-Druckanlagenalle 2 Jahre
MittelBeherbergungsbetriebe, Rauch- und Wärmeabzug ohne Leistungsnachweisalle 4 Jahre
Geringübrige Bautenalle 6 Jahre

Vor Ort braucht es eine namentlich bezeichnete anlageverantwortliche Person, die Kontrollen durchführt, dokumentiert und das Kontrollbuch führt. In Küchen ist die Reinigung von Fettfiltern und Abluftkanal die wichtigste Brandschutzarbeit.

Komfortlüftung: Das können Sie selbst tun

Fünf einfache Kontrollen halten Ihre Wohnungslüftung in Schuss. Volumenströme, Kanalreinigung, Regelung und Wärmerückgewinnung gehören in die Hände einer Fachperson. Und ganz wichtig: Stellen Sie die Anlage nicht ab – sonst bleibt die Feuchte im Haus, und an kalten Stellen kann Schimmel entstehen.

  1. Aussenluftgitter freihalten

    Laub, Insektennester, Schnee oder Bewuchs senken die Luftmenge und erhöhen den Stromverbrauch.

  2. Filter kontrollieren

    Sichtkontrolle in festem Rhythmus, Ersatz nach Herstellerangabe und Verschmutzung – nach Bauarbeiten am Haus zusätzlich.

  3. Siphon füllen

    Ein trockener Kondensatsiphon lässt Geruch aus dem Abwasser in den Aufstellraum. Füllen Sie Wasser nach, wenn lange kein Kondensat anfiel.

  4. Ventile nicht verstellen

    Zu- und Abluftventile sind auf die geplante Luftmenge eingestellt. Reinigen ja, verdrehen nein.

  5. Überströmung offen lassen

    Türspalten und Überströmgitter führen die Luft durch die Wohnung. Ein Teppich unter der Tür blockiert diesen Weg.

Woran erkennen Sie ein Problem?

SymptomWahrscheinliche UrsacheNächster Schritt
Anlage ist lauter gewordengesättigter Filter, verlegtes Aussenluftgitter, LagerschadenFilter und Gitter prüfen, sonst Fachperson
Zug, kalte Zuluftverstellte Ventile, Frostschutz oder Bypass der Wärmerückgewinnung aktiv, Nachwärmung defektLuftmengen und Wärmerückgewinnung prüfen lassen
Trockene Luft im Winterkalte Aussenluft enthält wenig Feuchte, hohe Luftmenge verstärkt dasWinterstufe senken, Feuchterückgewinnung prüfen
Geruch aus den Zuluftventilentrockener Siphon, verschmutzter Kondensatablauf, Abluft gelangt in der Wärmerückgewinnung in die ZuluftSiphon prüfen, sonst Hygieneinspektion
Beschlagene FensterLuftmenge zu tief, Filter gesättigt, Überströmung blockiertStufe erhöhen, Filter und Türspalten prüfen

Was gehört in einen Wartungsvertrag?

Für Gewerbe, Schulen und öffentliche Bauten. Ein Vertrag, der nur «jährliche Wartung» sagt, hilft im Ernstfall nicht.

  • Wartung nach Hersteller

    Filter, Ventilatoren, Antriebe, Klappen, Wärmerückgewinnung, Register und Kondensatsystem – mit festen Intervallen.
  • Hygieneinspektion mit Bericht

    Im vorgesehenen Turnus, mit Fotodokumentation. Gereinigt wird nach Befund, nicht pauschal.
  • Brandschutz und Küchenabluft

    Kontrolle der Brandschutzklappen, Koordination der integralen Tests, Fettfilter in Betrieben mit Verpflegung.
  • Reaktionszeiten

    Verbindliche Zeiten bei Störungen, auch ausserhalb der Bürozeiten – und klar geregelt, welche Ersatzteile und Reparaturen enthalten sind.
  • Anlagenbuch als Nachweis

    Schema, Herstellerunterlagen, Einregulierprotokoll, alle Berichte und Prüfnachweise. Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht erfolgt.
  • Überblick für Gemeinden

    Ein Verzeichnis aller Anlagen mit Baujahr, letzter Inspektion, nächstem Termin und Risikostufe macht Budget und Ersatzplanung erst möglich.

Betriebsoptimierung: weniger Energie ohne Investition

Laut EnergieSchweiz senkt eine Betriebsoptimierung die Energiekosten um 10 bis 15 % – ohne Investition und ohne Komforteinbusse, bezahlt in weniger als zwei Jahren. Vor einer Sanierung zeigt sie zudem, wie viel Leistung tatsächlich gebraucht wird.

  1. Bestand aufnehmen

    Schema, Sollwerte, Zeitprogramme und Nutzung erfassen. Häufigster Befund: Das Zeitprogramm passt zur Nutzung von vor zehn Jahren.

  2. Im Betrieb messen

    Luftmengen, Druckverlust an den Filtern, Temperaturen, CO₂ in den kritischen Räumen und Strombedarf der Ventilatoren.

  3. Massnahmen festlegen

    Betriebszeiten anpassen, Regelung nach CO₂ oder Präsenz nachrüsten, Luftmengen neu einstellen, Sollwerte bereinigen.

  4. Umsetzen und dokumentieren

    Jede Änderung wird protokolliert – nicht einfach am Regler verstellt.

  5. Wirkung prüfen

    Nach einer Heizperiode nachmessen und Verbrauch, CO₂-Verlauf und Reklamationen vergleichen.

So unterstützen wir Sie

Von der Inspektion bis zum Filterwechsel – mit Protokoll für Ihr Anlagenbuch.

  • Wartung von Lüftungsanlagen

    Hygiene, Filter, Brandschutz.

    Hygieneinspektion, Reinigung nach Befund, Filterwechsel und Kontrolle der Brandschutzklappen.

  • Serviceabo

    Termine und Nachweise.

    Feste Intervalle, Protokoll nach jedem Einsatz und Vorrang bei Störungen.

  • Komfortlüftung

    Für Ihr Zuhause.

    Planung, Einbau und Einregulierung der kontrollierten Wohnraumlüftung.

  • Lüftung und Klima

    Neu oder Ersatz.

    Wenn eine Anlage nach 15 bis 20 Jahren erneuert werden muss, planen wir den Ersatz mit Ihnen.

Ihre Ansprechpartner für Lüftung und Service

  • Werner Rainalter, Abteilungsleiter Lüftung und Klima; Projektleiter Lüftung und Klima bei der Fürer AG

    Werner Rainalter

    Abteilungsleiter Lüftung und Klima; Projektleiter Lüftung und Klima

    Bereichsleiter Lüftung, Klima und Kälte
    Projektleiter Lüftung und Klima
    Lüftungstechniker (A), Fachbewilligung Kältemittel

    Nachricht senden 071 858 20 10

  • Mike Riedl, Serviceleiter bei der Fürer AG

    Mike Riedl

    Serviceleiter

    Chefmonteur Lüftung EFZ
    Lufthygiene-Inspektor nach VDI 6022 Kategorie A
    Fachbewilligung Kältemittel, Lehrlingsausbildner

    Nachricht senden 071 858 20 10

Häufige Fragen

Nein. Für eine korrekt betriebene Anlage gibt es keine Nachrüstpflicht; die neue Norm wird bei Ersatz, Erneuerung oder wesentlicher Änderung massgebend. Weil die Norm heute mit höheren CO₂-Werten der Aussenluft rechnet, erreicht eine knapp ausgelegte Anlage die Zielwerte bei voller Belegung aber womöglich nicht mehr. Eine CO₂-Messung im Betrieb zeigt, ob das bei Ihnen der Fall ist.

Nein. Die neuen Vorschriften tragen zwar die Jahreszahl 2026 im Namen, treten aber erst 2027 in Kraft. Bis dahin gelten die bisherigen Vorschriften.

Lange Stillstände lassen Feuchte und Staub im Gerät stehen, der Siphon läuft trocken. Bewährt hat sich ein reduzierter Grundbetrieb statt Vollstillstand, ein gefüllter Siphon und eine Wiederinbetriebnahme mit Kontrolle vor dem ersten Schultag. Reinigung, Inspektion und Filterwechsel legen wir gerne in die Ferien – zusammen mit dem Warmwasser, das dasselbe Problem hat.

Bis zur Grunderneuerung rechnet man mit 15 bis 20 Jahren. Betroffen sind vor allem Ventilatoren, Regelung, Antriebe und Wärmerückgewinnung; die Kanäle halten länger. Eine regelmässig gewartete Anlage erreicht diese Spanne, eine vernachlässigte meist nicht.

Unterhalt ist ein planbarer jährlicher Betrag. Ein Schaden dagegen kostet mehr als die Reparatur: monatelang mehr Strom wegen voller Filter, kürzere Lebensdauer der Teile, Ausfälle während der Nutzung, eine aufwendige Reinigung des Kanalnetzes und Probleme beim Nachweis gegenüber Behörde und Versicherung.

Ihr Vorhaben in guten Händen

Sie möchten wissen, wo Ihre Lüftungsanlage steht? Wir prüfen sie, legen die Intervalle fest und übernehmen Inspektion und Filterwechsel. Telefon 071 858 20 10.

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